18 Jahre später

Achtzehn Jahre ist es nun her, wo der Name Porretschchnätschär das erste Mal in den fasnächtlichen Gassen und Strassen im Oberwallis auf sich aufmerksam machte. Achtzehn Jahre ist es nun her, wo wir das erste Mal mit der Guggenmusik sehr nervös und unter den grossen mexikanischen Hüten versteckt, durch die Strassen von Naters den Drachen zum Staunen brachten. Und 18 Jahre ist es nun her, wo sich ein paar nunge St. Germaner an einen Tisch setzten, mit dem Ziel, den Raum nicht früher zu verlassen, bis auch in St. German zur Fasnachtszeit schränzende Töne und laute Paukenschläge die Tagesordnung beherschen würden. Zugegeben, es blieb nicht bei dieser einen Sitzung. So waren denn auch mehrere Stunden nötig, in denen unserem Vorstand so manche Schweissperle von der Stirne rannen, bis man sich über Sachen wie Name der Guggenmusik, Besetzung usw. einig war. Der erste Vorstand war wie folgt zusammengesetzt:

Präisent: Egon Gsponer

Vizepräsident: Ivan Gsponer

Aktuar: Michel Volken

Kassier: Alain Marx

Beisitzer: Patrik Volken

Den Gründern und ganz sicher auch dem ersten Vorstand ist es zu verdanken, dass im Vereinsleben von St. German ein neues Stück Geschichte in der Dorfchronik geschrieben wurde. Obwohl das Unternehmen Guggenmusik St. German erst von einigen belächelt wurde, war die Unterstützung von Seiten des Dorfes so gewaltig, dass uns eine verstärkte Motivation bei den ersten Gehversuchen ein ständiger Begleiter war.

Über die Namenssuche des Vereins könnte man ein eigenes Buch schreiben. Von Laffära zu Hot Brothers bis hin zu Cobayos odär Tirligigär sollten wir getauft werden, bis dann Klaus Gsponer, unser Posauner, die Erleuchtung hatte und die Formel für das Frönen der fasnächtlichen Töne und guter Kameradschaft erfand: Porretschchnätschär sollten wir von da an heissen.

So, nun konnten wir ans Üben der ersten fasnächtlichen Töne gehen und wir erinnern uns noch gerne an die ersten Stücke zurück wie, Babylon, Hussein, Mäi Leidi Dabandi usw. Dank unserem Ansporner und Spielleiter, Michel Volken, der dieses Amt lange ausübte, und der Musikkomission, wurden wir über die Jahre hin zu einer Guggenmusik geformt, die bei jedem Auftritt für eine super Stimmung sorgen kann un nun Stücke spielt wie d'Schlampa, Sörfer, Tiger, TNT um nur einige zu nennen.

Ein Meilenstein in der Geschichte der Porretschchnätschär war sicher unsere erste Porretsch-Party im Jahre 1995. Unter dem OK-Präsidenten Köpfli Thomas liessen sich die Chnätschär nicht einmal vom Wind abhalten, der zwei Tage vor Festbeginn das Zelt davonwehte. eine fätzige, unvergessliche Party steigen zu lassen. Das interne Abschlussfest lässt heute noch viele unbeantwortete Fragen offen!?

Schöne Momente erlebten die Porretschchnätschär nicht nur im Oberwallis. Nein, unsere Guggenmusik zeigt auch Sinn für Neues. Zum Beispiel fürchteten wir uns nicht, im Jahre 94 vor ca. 4500 Zuhörern in einem Tunnel in Lungern (OW) unser Können zu demonstrieren. Oder etwa am gleichen Wochenende in Fulenbach (SO) un in Herzogenbuchsee (BE) die Fasnacht zu eröffnen und schliesslich am selben Abend in Davos den HCD gegen Ambri zu unterstützen. Auch probierten wir es einmal mit Hornussen...

Die Fasnacht 2008/2009

Die Fasnacht startete dieses Jahr für die Porretschchnätschär in der „Üssärschwiz“. Seit vielen Jahren brach unsere Guggenmusik mal wieder auf und überschritt die Kantonsgrenze. Denn am 22. und 23. November 2008 waren wir zu Gast am Guggerball der Buchsischränzer in Herzogenbuchsee (Kanton Bern). Kaum angekommen, fanden sich die Maschgini doch tatsächlich in Mitten eines Weihnachtsmarktes. Nichts desto trotz präsentierten wir unser Können am Abend auf der Bühne und konnten auch einige Alt-Mitglieder, welche uns anfeuerten zum Mitmachen bewegen, ein unvergesslicher Augenblick. Dank dem frühen Auftritt konnten die Chnätschär den Rest des Abends ausgiebig mit Feiern beenden. Und nicht für wenige endete unser Besuch bei den Bernern mit nur 1 – 2 Stunden Schlaf, bzw. gar keinem. Aber der Bancomatraum der UBS spendete auch den Hartgesottenen etwas Wärme in den kalten Morgenstunden. Nach einem ausgiebigen Frühstück, welches den Nahtag sofort vergessen lies, starteten die Porretschchnätschär wieder zurück in heimatliche Gefilde. Gegen Mittag des 23. Novembers 2008 empfing uns das Wallis mit dem wunderschönsten Wetter. Der Schlaf überwog aber wohl bei den Meisten.

Eine längere Pause folgt dem Weekend in Bern, den der nächste Auftritt wartete erst am 23. Januar 2009 auf uns. Die Serenas aus Unterbäch feierten an diesem Datum ihr 30 jähriges Bestehen und die Porretschchnätschär liessen es sich nicht nehmen den Unterbächnern zu gratulieren. Trotz einigen Verständigungsproblemen des Präsidenten war herauszuhören, dass wir den Serenas weitere 30 Jahre Heiterkeit wünschen. Der Präsident wollte sich nicht wirklich selbst als Präsident äh Präsent anbieten. 

Schon eine Woche später, am 30. Januar 2009, standen wir in Raron auf der Bühne. Wie immer besuchten wir unsere Nachbarn an der Mesireccas-Night in Raron. Der frühe Auftritt ist uns allerdings nicht wirklich geglückt. Gottlob konnte man die Zuhörer zu dieser frühen Stunde an einer Hand abzählen. Die Halle füllte sich jedoch zu späterer Stunde noch und wir feierten auch hier bis in die Morgenstunden, was kein Problem war, denn wir mussten uns nicht, wie an den rechtlichen Partys, nach dem Bus richten.

Was jedoch Martin bei unserem nächsten Auftritt bei den Sanpanchos zum Stäg, auch nicht getan hat. Als im Bus in Niedergesteln schon die Stille einkehrt rief dieser an und wollte wissen wo denn der Bus sei, er warte schon eine Ewigkeit zwischen den beiden Zelten. Matschi, hier noch mal zum Mitschreiben. Der Bus startet gelegentlich auch vom Parkplatz aus.

Am Guggerball einen Tag später am 07. Februar 2009 waren wir allerdings wieder komplett und oh Wunder es hat niemand den Bus verpasst, was sich dies mal jedoch wohl einige wünschten, den Raoul stimmte wieder zum ABC-Liedchen an. Der Auftritt hier, wie immer in Leuk, super geglückt. Nicht so allerdings der Hulla-Hopp-Wettbewerb, zu dem sich der Präsi stellen musste, weil alle anderen zu Feige waren. Das habt ihr jetzt davon. (4 Sekunden)

Tja die Fasnacht war auch dieses Jahr sehr kurz. Schon eine Woche später, am 15. Februar 2009, standen wir bereit zum grossen Umzug in Leuk-Susten. Der Start in Susten ging um ein Haar daneben, doch wir schafften es trotzdem in unser Regionalfernsehen TeleOberwallis. Herzlichen Glückwunsch, jetzt sind wir auch schon Y-Prominente, was folgt als nächstes? Ein Auftritt bei „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“?

Nicht ganz, jedoch durften wir am 19. Februar 2009, dort auftreten, wo wir wirklich berühmt sind. In unserem Zuhause in St. German. Wie jedes Jahr gaben wir unser Bestes beim Kinderumzug am Nachmittag. Doch dieses Jahr war es besonders speziell, denn alle 5 Jahre wieder, sind in St. German auch am Abend die Narren los. Der grosse Bunte Abend fand im Zeichen von St. German gestern und heute statt und die Porretschchnätschär führten an diesem Abend eine Bar, welche noch in den frühen Morgenstunden die St. Germaner-Nachtschwärmer anzog. Eine feurig heisse Party in einer eiskalten Nacht. Nicht wahr Serge?

Schon am nächsten Abend weckten wir das verschlafene Bratsch auf. Zusammen mit den Schnäggu-Schränzer aus Leuk waren wir hier am Fasnachtsball eingeladen und auch hier konnten wir zwei gelungene Auftritte aufs Parkett legen. Müde, aber mit der Gewissheit schon morgen wieder zu fasnächtlen setzen wir uns um 3 Uhr in den Bus und gerne hätten wir nur eins zwei Minuten gedöst. Aber Raoul, na ja, ihr wisst schon…

Am Kinderumzug in Raron, starteten wir also am 21. Februar 2009, unseren letzten Auftritt vor dem Abschluss der Fasnacht 2008/2009. Mit einem Umzug am Nachmittag aufgewärmt, heizten wir am Abend den Dorfrestaurants richtig ein. Bis um Mitternacht klapperten wir alle Beizen in Raron ab. Schliesslich sind wir etwas unter Zeitdruck geraten, was leider das Restaurant Burg zu spüren bekam. Dies war wohl einer der wenigen schlechten Momente an dieser Fasnacht. Nächstes Mal machen wir's besser. 

Am 24. Februar 2009 war es dann so weit, die Fasnacht 2008/2009 neigte sich dem Ende zu. Traditionell beendeten wir die Narrenzeit Zuhause in St. German. Nach einem kleinen Umzug zum Vereinlokal gab’s Raclette und danach trommelten wir ein letztes Mal für dieses Jahr durchs Dorf. Um Mitternacht beendeten wir die Fasnacht wie immer mit TNT und verabschiedeten so, die schönste Zeit des Jahres.

Und die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende.....